Fehlfarben

„FEHLFARBEN“

silber = aufgehelltes chocolate
charcoal = aufgehelltes schwarz
champagner = aufgehelltes gelb

LABRADORE SIND SCHWARZ – VORERST

Ursprünglich waren Labradore schwarz. Und nur schwarz. Allerdings gab es wohl immer wieder einige gelbe Hunde – die wurden rigoros ausgemerzt, was im Klartext heißt: erschlagen oder ersäuft. Der erste gelbe Labrador, der nicht als Fehlfarbe angesehen wurde entstammte der Zucht des Majors Charles Radclyffe und kam 1899 zur Welt.

RASSENANERKENNUNG ERST SEIT 1903

Der Labrador Retriever ist als eigenständige Rasse seit 1903 anerkannt – und zwar vom englischen Kennel Club (entsprechend ist der Labrador ein englischer Hund). Die Rasse wurde immer bekannter und beliebter und es entwickelten sich zwei Linien: die etwas kompaktere – manche sagen: dicke – Showlinie und die leichtere Arbeitslinie.

DER LABRADOR WIRD BRAUN

Wie früher gelbe, so kamen auch hin und wieder braune Hunde vor – die Farbe war als Zuchtfarbe aber nicht anerkannt. Erst Cookridge Tango, gezüchtet von Mrs. Pauling, schaffte es 1964, als erster brauner Labrador offiziell anerkannt zu werden.

SO, UND JETZT WERDEN DIE LABRADORE AUCH NOCH SILBERFARBEN

Fassen wir kurz zusammen: Der Labrador war ursprünglich schwarz oder gelb – wenn wir die Rasse-Anerkennung als „Stichtag“ nehmen. 61 Jahre später wurde der braune Labrador ebenfalls anerkannt und jetzt kämpfen die Züchter des silbernen Labradors darum, dass es sich bei ihren Tieren um „echte“ Labradore handle. Wenn der Verband genau gleich schnell reagiert wie das letzte Mal, dann dürfte die neue Farbe so um das Jahr 2040 anerkannt werden.

DIE SACHE MIT DEN FARBEN

Wenn ein Zuchtverband die Farben festlegt, dann ist von vornherein Streit vorprogrammiert, beim Labrador ist das nicht anders. Die drei Farben: gelb, braun und schwarz zeigen sich in so vielen Schattierungen, dass es eigentlich ein Witz ist, von drei Farben zu sprechen. Das Gelb reicht von fast weiß bis hin zu ocker, das braun von hell- bis dunkelbraun. Nur schwarz ist schwarz. Fast. Es gibt kältere Farbschattierungen und wärmere – von leicht bläulich bis zu leicht bräunlich.  (…)

WOHER KOMMT DIE SILBERNE FARBE?

Die silberne Farbe ist eigentlich gar keine Farbe – es ist vielmehr eine aufgehellte Basisfarbe. Verantwortlich für die Aufhellung ist das so genannte Dilute-Gen und das ist keineswegs eine Besonderheit bei Labradoren. Das Gen gibt es auch bei Mäusen, Katzen (die Kartäuser-Katze ist sozusagen der Silber-Labrador unter den Katzen), Ratten – und sogar beim Menschen. Hier spricht man dann vom Griscelly-Syndrom. Generell sind Haut-, Fell- und Augenaufhellungen genetische Ausprägungen die – in unterschiedlicher Stärke – unter dem Begriff „Albinismus“ zu subsummieren sind.

Ein silberner Labrador ist also eigentlich nicht silbern, er erscheint nur so. Er ist braun und hat eine Gendisposition, welche dazu führt, dass die Farbstoffe in den Haaren, die Melanosomen, verklumpen. Dies wiederum führt – bei gleichbleibender Anzahl der Farbstoffe – zu einer verminderten Pigmentierung des Fells, der Haut und der Augen. Interessanterweise hellt sich beim Hund durch diese Konstellation nur das Eumelanin auf (zuständig für braun und schwarz) während das Phäomelanin (zuständig für blond und rot) nahezu unverändert bleibt.

Der silberne Labrador, der farblich einem Weimaraner gleicht, ist also genetisch „nur“ ein brauner Labrador, der charcoal Labrador ist ein schwarzer Labbi – beide mit einem (der “Normalfarbene”) bzw. zwei  aktiven Dilute-Genen beim “Aufgehellten”.

EIN BLICK AUF DIE GELBEN LABRADORE UND DIE GOLDEN RETRIEVER

Das gleiche Prinzip der Aufhellung findet man auch bei gelben Labradoren – und weitaus deutlicher bei den Golden Retrievern, die rehfarben, dunkelblond, hellblond oder fast weiß sein können. Bei all diesen Farben spielt der Aufhellungsfaktor der Gene eine Rolle – allerdings nicht das Dilute-Gen sondern das noch weniger untersuchten I-Gen. Fakt ist: es gibt mehrere Aufhellungs-Gene, nicht alle sind erforscht und sie hellen unterschiedliche Farben auf. Auf jeden Fall ist das nichts Neues, und schon gar nichts Außergewöhnliches.

DIE VERERBUNG DES DILUTE-GENS

Das Gen wird rezessiv vererbt – heißt: sowohl Vater als auch Mutter müssen Träger des Gens sein, damit es „aktiv“ wird. Da jeder Hund von seinen Elternteilen jeweils zwei Allele erhält (das ist die mögliche Ausprägung eines Gens) gibt es drei Gentypen (D steht für normale Färbung, d steht für das Dilute-Gen)

D/D – Vater und Mutter sind „normal“, es wird kein Aufhellungs-Gen vererbt, kein Welpe wird eine Fellaufhellung zeigen.
D/d – Vater oder Mutter haben das Dilute-Gen vererbt. Der Trägerhund sieht „normal“ aus. Wird der Hund allerdings mit einem Hund verpaart, der ebenfalls das Gen trägt, dann werden die Nachkommen zum Teil die helle Fellfarbe aufweisen.
d/d – beide Elternteile haben das Dilute-Gen vererbt – die Nachkommen werden hell.

[…]

Quelle: http://www.bestehunde.de

An hitzigen Diskussionen über die „richtigen“ Farben des Labrador Retrievers werden wir uns nicht beteiligen.

Wir züchten reinrassige Hunde, wobei die Gesundheit der Tiere die oberste Prämisse bildet.

Eine (angebliche) Einkreuzung von Weimaranern, in den USA, ist eine seit 30 Jahren unbewiesene Behauptung und genetisch nicht nachweisbar.

Gleichwohl erkennen wir die Haltung des VDH zu dieser Thematik an.

–> Nicht mehr und nicht weniger.